„Ich hätte gern einen Feuertisch, aber meine Terrasse ist aus Holz“ – das ist die zweithäufigste Frage, die uns erreicht. Die kurze Antwort: Ja, das geht. Die längere Antwort ist die wichtigere.
1. Hitze nach unten – das kleinere Problem
Bei einem Gas-Feuertisch mit geschlossenem Korpus sitzt der Brenner in einer Edelstahlwanne, die nach oben abstrahlt. Der Korpus selbst besteht bei unseren Modellen aus GRC – faserverstärktem Beton, einem mineralischen, nicht brennbaren Material mit hoher Masse. Die Hitze wandert nach oben, nicht nach unten.
Das ist der entscheidende Unterschied zu einer offenen Feuerschale, in der Holz verbrannt wird: Dort fällt Glut heraus, Funken fliegen, und der Boden darunter wird heiß. Bei einem geschlossenen Gasbrenner passiert beides nicht. Kein Funkenflug, keine Glut, keine Asche.
Trotzdem gilt: Stellen Sie den Tisch nicht direkt auf eine frisch geölte Holzfläche und lassen Sie unter dem Korpus etwas Luft, wenn der Aufbau das vorsieht. Ein Untersetzer aus Stein oder eine Betonplatte unter dem Tisch schadet nie – sie ist auch optisch oft ein Gewinn.
2. Tragfähigkeit – das größere Problem
Hier wird es ernster, und hier unterschätzen die meisten die Zahlen. Maßgeblich ist das Nettogewicht des Tisches – also das, was nach dem Auspacken auf der Terrasse steht, ohne Palette und Verpackung. Rechnen Sie zusammen:
| Feuertisch (rund, Ø 106 cm) – Orbit Cloud oder Orbit Light | ca. 60 kg |
| Feuertisch (länglich, 182 cm) – Monolith LX | ca. 85 kg |
| Lavasteine | ca. 10–15 kg |
| 11-kg-Gasflasche (gefüllt, mit Stahlflasche) | ca. 22 kg |
Ein länglicher Feuertisch bringt fertig aufgebaut also rund 120 Kilogramm auf die Terrasse – verteilt auf eine relativ kleine Aufstandsfläche. Eine fachgerecht auf Unterkonstruktion verlegte Holzterrasse trägt das problemlos. Eine in die Jahre gekommene Terrasse mit großem Balkenabstand oder weichen Dielen nicht unbedingt.
Woran Sie es erkennen: Stellen Sie sich mit beiden Füßen dorthin, wo der Tisch stehen soll, und wippen Sie. Federt es spürbar oder knarzt es, wählen Sie eine andere Stelle – idealerweise direkt über einem Unterkonstruktionsbalken oder in der Nähe der Auflager, nicht mittig zwischen zwei Balken.
Auf einem Balkon gelten oft Belastungsgrenzen aus der Statik. Im Zweifel: Hausverwaltung oder Vermieter fragen. Das ist keine Formalie, sondern ein realer Punkt.
3. Abstand nach oben – der Punkt, der am häufigsten übersehen wird
Ein Feuertisch gehört unter den offenen Himmel. Nicht unter:
- eine ausgefahrene Markise
- einen Sonnenschirm
- ein Pavillon- oder Pergoladach aus Stoff oder Kunststoff
- tief hängende Äste
- ein Terrassendach mit geringer Höhe
16 kW erzeugen eine heiße Abluftfahne. Ein Markisentuch zwei Meter darüber hält das nicht dauerhaft aus. Wenn Sie ein festes Terrassendach haben, planen Sie den Tisch so, dass er außerhalb der überdachten Fläche steht – oder wählen Sie eine Position am Rand.
Und der wichtigste Satz überhaupt: Ein Gas-Feuertisch ist ausschließlich für den Betrieb im Freien bestimmt. Niemals in einem Wintergarten, einer Garage, einem Zelt oder einem sonst geschlossenen Raum – unabhängig davon, wie groß der Raum ist.
4. Darf ich das überhaupt? Recht und Nachbarschaft
Ein Gas-Feuertisch ist rechtlich betrachtet ein Gasgerät für den Außenbereich, kein Lagerfeuer. Der wichtigste praktische Unterschied: Er erzeugt keinen Rauch. Die meisten Konflikte um Feuerstellen im Garten drehen sich um Rauch und Geruch – beides entfällt hier vollständig, und damit auch die häufigste Beschwerdeursache.
Trotzdem drei Hinweise:
- Mietwohnung und Eigentum: Auf Balkonen kann die Hausordnung oder die Teilungserklärung offenes Feuer und die Lagerung von Gasflaschen einschränken. Vorher nachlesen.
- Gasflaschen-Lagerung: Flaschen gehören nicht in den Keller und nicht unter Erdgleiche, da Propan schwerer als Luft ist. Lagerung im Freien oder in gut belüfteten Räumen über Erdgleiche.
- Kommunale Regelungen: Einzelne Gemeinden haben Vorschriften zu Feuerstellen im Freien. Ein Anruf beim Ordnungsamt kostet fünf Minuten.
Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung – im Zweifel gilt, was bei Ihnen vor Ort geregelt ist.
5. Die praktische Checkliste vor dem Kauf
- Ist die Stelle eben und fest? Ein Feuertisch darf nicht kippeln.
- Federt oder knarzt der Boden unter Belastung?
- Ist nach oben freier Himmel – auch bei ausgefahrener Markise?
- Wohin kommt die Gasflasche, und ist sie vor Wind geschützt?
- Kommt die Spedition mit einer Palette bis nah an die Stelle? 60 bis 85 kg trägt man nicht allein über drei Stufen.
- Bei Balkon und Mietwohnung: Hausordnung geprüft?
Was wir empfehlen
Auf einer soliden Holzterrasse ist ein Gas-Feuertisch eine der unkompliziertesten Feuerstellen überhaupt – gerade weil es keine Glut, keine Funken und keine Asche gibt. Zwei Ergänzungen lohnen sich fast immer: eine Stein- oder Betonplatte als Standfläche, und ein Glaswindschutz, der bei Wind die Flamme ruhig hält und den Gasverbrauch senkt. Den gibt es für den Monolith LX und den Orbit Cloud; für den Orbit Light ist der Abstand zur Flamme zu groß, dort wäre er wirkungslos.
Unsicher, ob Ihre Terrasse passt? Schicken Sie uns über das Kontaktformular ein Foto – wir sagen Ihnen ehrlich, was wir davon halten, auch wenn die Antwort einmal „lieber nicht“ lautet.